Schlagwörter

, , , , , , , , , , ,

for english version please scroll down.

Chiatura – die Seilbahnstadt

Nach den gestrigen Wassermassen ist es heute trocken. Wir wollen das gestern versäumte nachholen und tippen Chiatura als Ziel in unsere Navis ein. Bevor wir das Hotel verlassen erläutert uns der Hotelmanager noch den besten Weg in die Minenstadt, und richtig auch unsere Navis sind zu mindestens am Anfang der gleichen Meinung. So folgen wir den freundlichen Empfehlungen und fahren auf einer kleinen Straße leicht bergauf, in einer kleineren Ortschaft sollen wir rechts abbiegen, bestimmt eine gute Idee nur das die Straße sich sofort in einen schönen Offroad Abschnitt verwandelt. Laut Karte der Hauptverbindungsweg – von Westen. Aber so ganz sind wir heute nicht in der richtigen Stimmung für Match und Dreck, eingedenk des Regens von gestern entscheiden wir uns zum Umkehren, wohl wissend das es noch drei Alternativrouten gibt. Wir entscheiden uns für die mittlere Variante und befahren eine tolle Motorradstrecke auch wenn wir dem Schlamm und Dreck nicht ganz entgehen können. Trotzdem am Ende sind es gut 40km reinstes Motorradvergnügen.

Road to Chiatura

Road to Chiatura

Warum gerade Chiatura? In den Reiseführern ist es nicht zu finden, Tourismus kennt hier im wesentlichen keiner und Sandro sprach immer von einem Lost Place. Karin ist auf die Idee gekommen. Chiatura verfügt über einen sehr seltenen öffentlichen Personennahverkehr. Das Gebirge rund um Chiatura bot im letzten Jahrhundert reichhaltige Manganvorkommen. Zu Beginn des 20sten Jahrhunderts vorwiegend von deutschen Unternehmen, ab den 1920er Jahren dann von russischen Unternehmen. Um das abgebaute Mangan ins Tal zu bringen und die Minenarbeiter zu ihren hochgelegenen Arbeitsplätzen wurde die ganze Stadt mit einem dichten System von Seilbahnen für Personen und Lastentransport überzogen.

cabin - in use

cabin – in use

Manganabbau gibt es heute kaum noch, die meisten der russischen Minenarbeiter sind wieder zurück nach Russland. Die Georgier leben heute noch hier. Die Stadt als Lost Place zu bezeichnen trifft es nicht wirklich. Es leben noch sehr viele Menschen hier allerdings nicht gerade unter den besten Bedingungen. In den 1990er Jahren ist die komplette Gas-, Wasser- und Stromversorgung zusammen gebrochen. Teilweise ist es heute wieder instandgesetzt aber von normalen Bedingungen kann auch heute noch nicht geredet werden. Bei Einfahrt in die Stadt wird unser Blick von leerstehenden Betonkomplexen und Abbruchreifen Häusern angezogen. Oder das was wir als Abbruchreif bezeichnen würden.

Chiatura

Chiatura

Hier wird es als Wohn- oder Gewerberaum genutzt. Alte Fabrikhallen sind aufgeteilt in kleine Gewerbeeinheiten, ehemalige Eisenbahnwagons sind umgearbeitet und dienen jetzt als Garage oder Werkstatt. Die Seilbahnen erkennen wir erst auf den zweiten Blick, was auch daran liegt das der größte Teil nicht mehr in Betrieb und verfallen ist. Wir fahren mit den Motorrädern direkt ins Stadtzentrum und parken an einer der zentralen Seilbahnstationen. Meine kurze Rückfragen ob wir die Motorräder hier stehen lassen können, wird sehr freundlich mit ja natürlich beantwortet und sicher wäre es auch weil Kamera überwacht. Wie ich überhaupt ganz Georgien als sehr sicheres Land empfunden habe. Die Motorräder bleiben stehen, Helme und Handschuhe, sowie alles Gepäck lassen wir an den Motorräder und sehen uns die Stadt an.

Busstation?

Busstation?

Karin hat einen Geocache im Visier der in einer der zerfallenen Seilbahnstationen versteckt ist, leicht zu finden war er nicht, aber Karin schafft es. Etwas Mut hat es aber schon gebraucht in die Station zu gehen, sowohl die Treppe nach oben als auch der Innenraum machten nicht den Eindruck das es noch lange stehen bleibt.

stairway to .......

stairway to …….

Bei unserer Rückkehr finden wir unser Eigentum wohlbehalten und unberührt vor. Wir schwingen uns auf die BMWs und fahren den gleichen Weg wieder retour, wir wollen heute noch bis Batumi und die Navis vermelden eine Ankunftszeit von 17.00 Uhr, leider schon zu spät um die östliche Route zurück zu nehmen.

ჭიათურა - Center

ჭიათურა – Center

Aber die westliche war sehr schön und außerdem haben wir so die Möglichkeit noch ein paar Fotos aufzunehmen, speziell die Georgische Variante des Gasleitungsbaus hat es mir angetan. Oberschenkeldicke Rohre sind an den Straßen entlang verlegt um die Gasversorgung der Dörfer und Städe sicherzustellen. Und weil die Tier nicht auf den Weiden eingesperrt werden sollen und ab und zu auch mal eine Straße oder eine Einfahrt gequert werden muss verlaufen die Leitung in entsprechender Höhe neben der Straße.

Gas pipe

Gas pipe

Eine weitere Variante der Losung „Schwerter zu Pflugscharen entdecken wir später. Über Kilometer hinweg sind die Gartenzäune hier aus Sandblechen gebaut. Die Sorte Militärsandbleche für die bei Lauche und Maas ein kleines Vermögen gezahlt werden muss.

Sandbleche als Gartenzaun - sandlader used as a garden fence

Sandbleche als Gartenzaun – sandlader used as a garden fence

English version below:

Chiatura – the cableway town

Having a rainy day yesterday, unfortunately today its dry – more or less. So we decide to go to Chiatura. Before we could leave the hotel, the manager describe us the best way towards the mining town. So for the first kilometres we follow his advice und drive a little road uphill. In a small village it is requested to go right, for sure a good idea, but we sea the road changes into a dirt track, the map says its correct, indicating it should be the major road. But today and remember the weather conditions of yesterday we don´t want to go for mud and stones. So we decide to go back, we know there are some alternate roads. We use the next possible option and find a road which seems to build just for motorcyclists. But also on these road we can´t avoid unpaved sections. But anyhow all in all we enjoy 40km nice curves.

Imeretien

Imeretien

Why Chiatura? In the most travel guides you wouldn´t find it. Tourists are more or less unknown, and Sandro named it a lost place. Karin mentioned that we should visit it and I agree cause in Chiatura a very seldom kind of public transport is installed. Mangan was the reason why Chiatura was developed by the Russians in the last century. But today mining has going down and so the cable ways are going down as well and only a limited number is already in use today. But during the high time of Chiatura a lot of ropways was in use either for personal transport as well to bring the Mangan from the mountain top down to the trucks and railway station.

Central ropeway station

Central ropeway station

To call it a lost place is even not correct a lot of people are living here, between destroyed houses, former company buildings and the railway tracks. In the middle of Chiatura we also find a river crossed by several bridges. But what we called a destroyed building is in use. Is it a living flat or a market place, the people living here a very creative to use that they have. Also i found a lot of old rail cars which are rebuild and now in use as a small workshop or vehicle hall.

ex railcar - now workshop

ex railcar – now workshop

By driving into the city we recognized the furniculars not on the first sight but than in the center of the city we stopped direct at the central cable way station. We asked is it allowed to park. Yes it is and on top the Georgians answered it is absolute safe cause there is a camera which controls our bikes. Even as here in Chiatura i feel absolute safe everywhere in Georgia. So we park our bikes and leave our valuable on the bikes, starting our sightseeing tour around the main area.

ropway station - not in use anymore

ropway station – not in use anymore

Karin installed some Geocaches points on her Dakota and we start to search for one. A special one which should be stored in one of the now unused Cable way stations. We found the right one, but to discover the Geocache a bit of cochones is needed. The station itself looks destroyed and we must use the stairway which is only partly usable. But Karin made it, she climbs into the station and found insight a small „cable car“ in which the Geocache is stored. Very nice, we like it.

inside the ropeway station

inside the ropeway station

By turn back to our bikes we found everything fine. We start and go back on the same way. Today we want to go to Batumi and our Garmin indicate an ETA of 05.00pm soits to late to use the east route.

DSC_6029

But the west one is also fine and additional we have the chance to get some pictures, specially the Georgian way of building Gas pipelines I found interesting. Big pipes besides the street and to allow cows and trucks to pass it they build high doors with of the pipeline. Later on we recognize another way for civil use of military equipment. Sand ladders, you know the military ones which will sold in Germany for an very expensive price in outdoor shops are here in use to build garden fences. Not only one I noted something between 50 and 100 pieces. Awesome.

Chil Out area

Chil Out area

Railway Station

Railway Station

football fan?

football fan?

 Qwirila Schleuse - watergate

Qwirila Schleuse – watergate

Advertisements