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Heute morgen ist der Himmel beeindruckend blau, bislang war es sehr oft so das der Himmel sehr diesig erschien, könnte damit zusammen hängen das es regnet. Zumindstens zähle ich ungefähr dreissig bis vierzig Tropfen pro Kilometer, das darf ich doch schon Regen nennen, oder? Genau genommen reicht es nicht mal damit die Strasse auch nur ansatzweise nass wird. Reicht aber um den Himmel zu reinigen. Rainer hatte uns noch zu Hause mehrere Tipps mit auf den Weg gegeben. Einige wollen wir heute besuchen. Unser erstes Ziel sind die Wasserfälle bei Hotnitsa. Hotnitsa finden wir und umkreisen es andächtig – keine Wasserfälle, auch unsere Karten helfen uns nicht weiter. Dann eben weiter in Richtung Emen. Kurz vor Emen entdecken wir ein Hinweisschild in mehrer Sprachen das uns in die Besonderheit des Ecotrail Hotnitsa einführt. Hier finden wir auch die Wasserfälle, aber nur auf dem Schild nicht in der Wirklichkeit. Wie wir später erfahren sind wir nicht die einzigen die die Wasserfälle nicht im ersten Anlauf entdecken. Dafür brauchen wir den Canyon nicht zu suchen, wir fahren direkt auf ihn zu und an ihm entlang. Zum spazieren gehen haben wir heute keine Ambitionen und belassen es deshalb bei der entfernten Bewunderung. Fahrtechnisch finden wir wieder eine schöne kombination von gut ausgebauten Nebenstrecken und Kleinststraßen, aber auch etwas anspruchsvolleren Strassenbelag nehmen wir unter die Reifen. Nur gut 90km brauchen wir um unser Zwischenziel das Moto Sapiens Camp in Idilevo zu erreichen. Ursprünglich wollten wir hier auch übernachten, schade, aktuell sind sie komplett ausgebucht und so bleibt es bei einem Kurzbesuch. Ivo begrüßt uns herzlich, ebenso die anwesenden Engländer. Das Moto Sapiens Camp bietet Zimmer und Zeltplatz, aber auch geführte Enduro- oder Strassentouren. Die ganze Einrichtung zeigt den Enthusiasmus der Besitzer für ein Leben mit dem Motorrad, ich fühle mich wie im Clubheim eines Motorradclubs. Während wir unseren Kaffee geniessen gesellen sich Tamara und Michael zu unserer Runde. Die beiden befinden sich seit 1,5 Jahren auf Weltreise, aber Bulgarien und Albanien haben sie so begeistert das sie sich in Bulgarien ein Haus gekauft haben. Trotzdem wollen sie ihre Reise fortsetzen. Mehr dazu auf ihrer Homepage http://www.travelnaid.de/REISETAGEBUCH.html. Die Zeit verfliegt und es wird Zeit für alle aufzubrechen. Wir fahren noch den kleinen Rest von 80km bis Pleven. Die Stadt in der sich die Bulgaren mit Russischer und Rumänischer Unterstützung von der Türkenherrschaft befreiten.

Pleven zählt jetzt nicht unbedingt zu den touristischen Highlights in Bulgarien, allerdings wird derzeit in der Stadt sehr viel gebaut und restauriert und ich kann mir sehr gut vorstellen das Pleven in naher Zukunft sehr viel schöner sein wird. Die Ausgangsbasis mit mehreren grossen Parks und einer von der Anlage her schönen Fussgängerzone ist auf jeden Fall gegeben. Auch die mitten in der Stadt liegende Markthalle mit ihrem bunten Angebot lohnt einen Abstecher.

Allerdings hatten wir nirgendwo in Bulgarien so sehr das Gefühl ein Fremdkörper zu sein wie in Pleven. Egal wo wir gingen und standen überall verfolgten uns die Blicke. Selten ganz offen, aber immer so das wir uns beobachtet fühlten. Vielleicht sind wir für die Einwohner von Pleven Besucher von einem fremden Stern.

Veliko Tarnovo – Hotnitsa Eco Trail – Momin Sbor – Balvan – Emen – Vishovgrad – Idilevo – Sevllievo – Lovech – Pleven; 169km

Übernachtet im Hotel Rostov. Kann man machen, geht aber wahrscheinlich auch besser. Das Restaurant des Hotels beamt einen in sekundenschnelle in den real existierenden Sozialismus zurück. Zeitreise leicht gemacht.

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