Schlagwörter

, , , , , , ,

Heute wollen wir Varna wieder verlassen, aber wir müssen auf jeden Fall noch das im benachbarten Cafe angebotene Frühstück probieren. Kaffee und Karin – lesen wir auf der Werbetafel. Wir erinnern uns, wir sind in Bulgarien, sprich Kyrillisches Alphabet und handgeschriebene Werbetafel lesen wir als Kaffee und Karin. Ich bleibe bei Espresso pur, Karin nimmt das angebotene Menü und bekommt – Kaffee und Cappy Orangensaft.

Noch schnell die Motorräder aus dem Innenhof herausbugsieren, auf der Ausfallstraße verlassen wir Varna und direkt auf die Autobahn. Gemäß Karte ist dies die schnellste Verbindung nach Shumen und dort wollen wir heute als erstes stoppen. Shumen ist im Islam bekannt für die 1744 gebaute Serif Halil Pasa Moschee, die als zweitgrößte Moschee auf dem Balkan gilt. Da ich noch nie die Gelegenheit hatte mir eine klassische Moschee genauer anzuschauen, möchte ich diese Gelegenheit gerne nutzen. Absteigen und eintreten, wir werden sehr freundlich empfangen, entrichten unseren Obulus für den Eintritt und bekomme eine deutsche, ich möchte sagen hektografierte, Infobroschüre ausgehändigt. Vor dem betreten heisst es für uns beide Stiefel aus, und für Karin ein Kopftuch anzuziehen. Unsere Motorradstiefel wirken sehr mächtig neben den Schuhen der Koranschüler die gerade in der Moschee unterrichtet werden. Fotografieren ist in der Moschee leider nicht erlaubt. Umso intensiver schaue ich mir alles an. „Leider“ wird die „Tombul“ Moschee gerade renoviert und so kann das Gebäude seine Wirkung nicht ganz entfalten. Angeschlossen an die Moschee ist auch eine Koranschule inklusive Wohnungen bzw. Zimmer für die Schüler sowie der obligatorische Waschplatz im Innenhof. Wir könnten jetzt noch ein Stück weiter in die Vergangenheit gehen und uns die Festung Shumen ansehen. Aber die Straße zur Festung hinauf gefällt uns nicht, und eine bessere finden wir nicht. Festungen gibt es später noch mehr, deswegen lieber direkt nach Targovista. Schnell und langweilig würden wir unser Ziel über die Europastraße erreichen. Karin findet auf der Karte wieder einmal eine hübsche kleine Abkürzung die durch den Ort Konstantin führt. Es gibt sogar ein Strassenschild, allerdings verweisst dieses Schild auf eine gesperrte Brücke, die auch nicht unbedingt den vertrauenvollsten Eindruck macht. Wir sind noch in der Entscheidungsphase als ein Bulgare neben uns hält. Gesperrt wäre die Brücke schon meint der Bulgare, aber dies wäre halt eben der Weg nach Konstantin und wir sollten einfach fahren verdeutlicht er uns. Einheimischen vertrauen wir im allgemeinen und nutzen die Brücke. Direkt im Anschluß befinden wir uns wieder auf einer dieser kleinen gewundenen Nebenstraße die sich in diesem Fall kurvig durch die Hügel zieht. Knapp 50 Kilometer Umweg, die unsere Route um eine gute Stunde Spass verlängern. Dadurch bedingt erreichen wir Veliko Tarnovo doch später als erwartet und können die imposant gelegene Festung „leider“ nur noch von aussen besichtigen, ist aber imposant genug und erspart und einige Kilometer Wanderung. Unser Hotel liegt im heutigen Zentrum von Veliko Tarnova und damit gut 2km von der Festung entfernt. Wir nutzen zur Stadtbesichtung eins der Motorräder und haben selbst damit Schwierigkeiten einen Parkplatz an der Festung zu finden, nicht weil alle Parkplätze belegt wären, die Stadtverwaltung bevorzugt es wenn die Besucher die ausgewiesenen Parkplätze nutzen und sperrt daher rund um die Festung rigoros ab. Festung zu, zurück in die Stadt, da unser Hotel über eine kleine Fussgängertreppe recht gut erreichbar ist, lassen wir das Motorrad am Hotel und suchen uns noch ein nettes Restaurant. Ausser diesem finden wir auch mein neues Lieblingsgeschäft ART93 in welchem ich auch gleich ein wenig Geld lasse.

Nachtrag vom 27.08.14

Aus von uns nicht zuvertretenden Gründen und überhaupt nicht beabsichtigt bleiben wir einen Tag länger in Veliko Tarnovo – nur verbringe ich den größten Teil des Tages in der Sanitärabteilung. Gegen Abend traue ich mich doch wieder unter die Menschheit. Mit Beginn des Sonnenuntergangs beginnt die Stadt zu pulsieren. Fußgänger flanieren durch die Strassen und die Hauptstraße wird zur Showbühne für Zwei- und Vierrädrige Motorfahrzeuge und Ihre Besitzer. Noch lange können wir am Abend die Motoren auf unserem Balkon hören. Ein ganz klein wenig wie in Monaco – nur ohne Meer, aber ein Talkessel gibt doch ein deutlich lauteres Echo. 🙂

Varna -Shumen- Targoviste – Konstantin – Veliko Tarnovo 250km

Übernachtet: Hotel Priyateli. Sehr zu empfehlen,Schöne Zimmer, nette Leute, gutes Frühstück

Advertisements