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DSC_7329Wir starten auf der kroatischen Seite der Sava weil wir aus der Karte herauslesen dass wir direkt an der Sava fahren können, stimmt auch, wir fahren kilometerlang neben den Deichen her. DSC_7343Deiche die hoch genug sind uns den Blick auf die Sava, dem Hochwasser aber auch den Zugang zu den anliegenden Dörfern zu versperren. Mit dem Ziel die Aussicht zu verbessern wechseln wir bei Orasje aufs andere Ufer, zurück nach Bosnien. Auch wenn uns keine Deiche mehr den Blick versperren, können wir die Sava doch zumeist nur in der Ferne vermuten. In Bijeljina zwingen uns Straßenbauarbeiten zu kreativen Umfahrungen, bei denen ich endlich meine selbstgebaute Stativhalterung (125er KG in Orange) testen kann. Die Halterung ist bombenfest auf dem Koffer gesichert. Nur der Verschluss hat noch wirkliches Optimierungspotential. Offensichtlich habe ich aber ein massiv konstruiertes Stativ gekauft. Mehrere Meter Flug, gefolgt von einigen Überschlägen fügen dem Stativ keinerlei Schaden zu – ja mein Stativ kann fliegen. Ein lachender Bosnier klaubt es von der Straße auf und winkt mir hinterher. Also Stativ umgehängt, freundlich bedankt und weiter geht es. DSC_7351Die Grenze zu Serbien erreichen wir nur wenige Kilometer später. Ich biete sicher einen malerischen Anblick, ein halber Meter offenes KG Rohr auf dem TT-Koffer, das Stativ wie ein Gewehr über den Rücken geschnallt. Der Grenzer interessiert sich aber nur für meinen Pass und die Fahrzeugpapiere. Wieder bildet ein Fluss die Staatengrenze, in diesem Fall ist es die Drina. DSC_7340Unsere Sava erreichen wir erst wieder im nächsten größeren Ort in Sabac. Eindrucksvoll mäandert die Sava nun in weiten Bögen Richtung Donau, leider – oder für alle anderen Verkehrsteilnehmer zum Glück, folgen die Straßenbauer nicht jedem dieser Bögen so das uns immer nur ein kurzer Blick gegönnt ist, bevor sich der Fluss wieder zurückzieht. Erst ab Baric verläuft die Straße wieder fast parallel zur Uferlinie – bis Belgrad. Und auch hier haben wir zwei Möglichkeiten, die alte und die neue Straße, beide führen direkt ins Stadtzentrum. Ich entscheide mich – meinem Navi folgend für die neue. Eine sehr gute Entscheidung um schnell durch die Vororte zu kommen, nur entfernen wir uns damit wieder deutlich vom Sava Ufer.  DSC_7349Statt dessen bietet sich uns der imposante Anblick der direkt ans Sava Ufer gebauten Kraftwerke. Die neue Straße leitet uns ohne Umwege auf die am 01.01.2012 neu eröffnete Ada Brücke. Die Rampen der Brücke bieten eine Menge Chancen sich zu verfahren, wir nutzen dies und biegen bei der zweiten Möglichkeit entschlossen falsch ab. Ein wirklich nur kurzer Umweg über die nächste Ausfallstraße bringt uns wieder auf die richtige Spur – mitten hinein ins Stadtzentrum zu unserem Hotel. Von unserem Fluss der unterhalb der Belgrader Stadtfestung in die Donau mündet, verabschieden wir uns am Abend  und geben dabei ein Festgelage – für die vielen Millionen Mücken die den Fluss und die Touristen herzlich begrüßen. Hochwasser, Wiesen und 30 Grad sind ideal für viele Arten von Insekten. Uns ist das zu viel Entgegenkommen und wir flüchten zurück in die Stadt.

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Damit ist unsere Flussbesichtigung beendet. Mit dem Motorrad einem Fluss zu folgen kann sehr viel Spaß machen, wenn der Schwerpunkt darauf liegt Länder, Landschaften und Menschen kennen zu lernen. Wer auf der Suche nach Kurven ohne Ende wird wohl bei den meisten Flüssen falsch liegen. Mir hat es sehr viel Freude gemacht zu sehen, wie sich der Fluss verändert, wie sich die Landschaft, die Menschen und das Umfeld dem Fluss anpassen und mit ihm leben aber auch wie der Fluss dem Menschen und seinen Bedürfnissen angepasst wurde. Ich denke ich werde diese Art Landschaft zu erfahren wiederholen, vielleicht entlang der Donau, vielleicht aber auch an einem ganz anderen Fluss mal sehen was die Zukunft  so bringt.

Route: Slawonski Brod, Trnjanski Kuti, Novi Grad, Zupanja, Orasje, Bijeljina, Sabac, Baric, Belgrad, 281km

Sehr gut übernachtet haben wir im Central Code Hotel mitten in Belgrad, sehr schöne Zimmer und ein freundlicher und zuvorkommender Service.

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