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Wir starten mit französischem Frühstück auf dem Britischen Markt mitten in Zagreb. Nein es ist nur ein ganz normaler Gemüsemarkt auf dem Britanski Trg. Im Anschluß, umziehen, Motorräder beladen und zurück an die Sava.

Britanski Trg

Britanski Trg

Aus irgendeinem nicht wirklich nachvollziehbarem Grund bin ich der festen Überzeugung das es in Zagreb einen Hafen geben sollte, Fehlanzeige dann nehmen wir eben den Weg aus Zagreb raus. Wer lesen kann ist klar im Vorteil, erst ab Sisak ist die Sava schiffbar und bis dahin haben der Fluß und wir noch 30 Kilometer.

Sisak

Sisak

Von hier bis zur Grenze nach Bosnien Herzegowina kennen wir unseren Fluß schon ein wenig und wissen was uns erwartet. Trotzdem überrascht uns die Sava wieder einmal. Bis Belgrad begleiten uns nun die Spuren des letzten Sava Hochwassers. Bis kurz vor Zagreb war davon nichts zu erkennen. Ab Sisak aber dafür umso deutlicher. An den Wäldern und Feldern läßt sich sehr gut erkennen wie hoch der Wasserstand gewesen sein muss. Viele Felder, Wiesen und Sportplätze sind noch überflutet und wir reden hier nicht von 10cm. Fussballtore die bis zu den Querbalken im Wasser stehen, Spielplätzen die nur noch schemenhaft zu erkennen sind. Sandsäcke überall dort wo die Deiche nicht gereicht haben.  DSC_7284Auch wenn ich als Rheinländer nur zu gut weiß, was es bedeutet mit Hochwassern leben zu müßen gefällt mir die Flußlandschaft genauso gut wie beim letzten Mal. Und ja hier ist die Sava schon komplett schiffbar, trotzdem ist es eine Flußlandschaft wie sie gemalt sein könnte. Weite Ausgleichsflächen, Altwasser und Nebenarme begleiten den Fluß und uns auf unserem Weg durch die kleinen Dörfer in diesem Nationalpark. DSC_7266Ich habe gelernt das Störche ein sehr sicheres Indiz dafür sein sind, daß eine Naturlandschaft noch intakt ist. Hier gewinnt man den Eindruck das diese Flußlandschaft sehr gesund sein muss. Jedes Dorf hat bewohnte Storchennester und auch zum Wappentier und Namensgeber hat es der Storch geschafft. In unserem Bericht von 2011 haben wir schon einiges über diesen Abschnitt geschrieben, das will ich hier nicht wiederholen. Wer nachlesen und –schauen will hier klicken und Ihr  seid im Jahr 2011.

Skela

Skela

DSC_7277Wir wechseln die Flußseite und damit auch das Land, ab jetzt fahren wir durch den nördlichen Teil der Republik Srpska in Bosnien. Die Hochwassermarkierungen in der Landschaft finden wir auch auf dieser Seite wieder, allerdings scheinen auf dieser Seite des Flußes die Bewohner nicht mit solchen Wasserstände gerechnet. Wo in Kroatien noch Reste von Sandsäcke zur Sicherung der Mauern und Deiche zu sehen sind, ist in Bosnien an vielen Häusern zu erkennen das die Ergeschosse unter oder im Wasser gestanden haben. Aber wir sehen nun auch die ersten Moscheen und Minarette.DSC_7299

In unserem Bericht von 2011 hatten wir geschrieben das wir zeitweise auf der Hauptkampflinie des Krieges aus den 1990er unterwegs sind. Diese Bilder holen uns auch jetzt wieder ein. Je weiter wir nach Osten kommen desto deutlich sind die Spuren des Krieges zu erkennen. Ich denke nicht das es Sinn macht Dinge ewig zu wiederholen, deswegen spare ich es mir Fotos der zerschossenen Häuser und Minenfelder hier einzufügen. Wer will kann dieses im 2011er Bericht nachlesen. Aber das Problem bleibt das gleiche, unbewohnte, verlassenen Häuser die zum Teil gar nicht genutzt werden können, Wälder und Felder die nicht betreten und bewirtschaftet werden dürfen weil das Risiko zu groß ist dabei sein Leben zu riskieren. Trotzdem oder gerade deswegen ist es meiner Meinung nach richtig genau hier Urlaub zu machen. Es ist nur wenig Geld welches wir ins Land bringen. Aber jede (konvertible) Mark die Urlauber in Bosnien ausgeben hilft. Andererseits ist es auch ein bedrückende Gefühl das sich später noch verstärkt und auch die Menschen reagieren anders auf uns als bislang. Vielleicht liegt es daran das wir uns sprachlich nur schlecht verständigen können, aber wir haben erstmalig das Gefühl, nicht so willkommen zu sein.

DSC_7297Entgegen unserer Planung fahren wir im wesentlich auf der M14, aller anderen Wege entlang der Sava sind entweder nicht vorhanden oder mehr Endurostrecke als Straße. Aber auch auf der M14 macht Motorrad fahren Spass. Immer wieder tolle Kurvenkombinationen und so schwingen wir bis Brod. Brod in Bosnien ist die Schwesterstadt zu Slavonski Brod auf der kroatischen Seite. Aber die Unterschiede der beiden Schwesterstädte könnten nicht größer sein. Brod weckt in uns die Erinnungen an Vukovar in Koratien. Es scheint als würde der Ort bewußt in dem Zustand gelassen wie er sich nach dem Abzug des Truppen präsentiert haben muss. Zerbombt, zerschossen in Trümmern. Wir wollten bewußt in Bosnien übernachten, wir finden auch die Hotels die aktuell als PoI in unseren Garmin Navis hinterlegt sind, aber wie schon in Vukovar existieren diese Hotels nur noch als Ruinen oder sind verlassen.

Wie anders dann die kroatischen Seite. Slawonski Brod präsentiert sich als lebendige hübsche kleine Stadt, mit vielen Menschen die an der Save und in der Fussgängerzone flanieren und die Restaurants bevölkern. Fast schon in der Fußgängerzone finden wir eine gute Übernachtungsmöglichkeit. Bei deutlich über 20 Grad nutzen auch wir den Sommerabend und geniessen unseren Fluß der hier gemächlich als Grenzfluß die beiden Brods teilt.

Slavonski Brod

Slavonski Brod

Route: Zagreb, Sisak, Cigoc, Jasenovac, M14-1, Gradiska, Srbac, Derventa, Brod, Slawonski Brod 296km

Grenzbrücke Brod - Slavonski Brod

Grenzbrücke Brod – Slavonski Brod

Übernachtet haben wir im Sobe Leviki Rooms quasi in der Fußgängerzone, zentraler geht nicht. 🙂

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