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Von 1991 bis 1995 kämpfte Kroatien um seine Unabhängigkeit von Serbien. Dies und die Berichte aus dem Fernsehen kannte ich, doch das was ich heute während der Fahrt gesehen habe hat mich sehr beeindruckt. Gestern in Vukovar war es der zerschossene Wasserturm der sofort ins Auge fiel, aber irgendwie war es da noch ein Stück weit unwirklich, wenn auch nicht inszeniert. Bei unserer Routenplanung sind wir heute ganz bewußt über kleine und kleinste sehr schöne Straßen gefahren. Irgendwann sind wir dann auf die D38 gestoßen. Eine Straße wie geschaffen zum Motorradfahren, aber offensichtlich war es im Krieg auch eine sehr intensiv umkämpfte Region. Dörfer die teilweise komplett zerstört wurden, Häuser die zerschossen und zerbombt wurden und heute Teil des Waldes sind. Aber genauso auch wieder aufgebaute und belebte Strassenzüge in denen die Bewohner die Häuser repariert und die zerstörten ersetzt haben. Kilometerlang führt die Straßen durch dicht bewachsenen Wald den zu betreten aber zum tödlichen Risiko werden kann weil dort auch heute noch scharfe Minien versteckt sind. Die Menschen müssen und wollen damit leben, die Felder werden bewirtschaftet und der Wald zum Holzeinschlag benutzt. Ich kenne so etwas ein ganz kleines bißchen aus meiner Kindheit weil ich auch in einem Ort aufgewachsenen bin in dem viele Granaten und Bomben noch scharf im Wald gefunden werden konnten. Trotzdem macht mich so etwas immer wieder sprachlos……….

Keine 10km weiter biegen wir ab und fahren an die Sava. Diesem Fluß folgen wir mit allen seinen Windungen auf einer Strecke von mehr als sechzig Kilometer auf einer nur knapp 4m breiten Straße. Immer wieder tauchen kleine Dörfer mit sehr alten Holzhäusern entlang der Straße auf. Eine wundervolle Landschaft zum Motorrad- oder Fahrradfahren, Wandern, Angeln oder Boot fahren die sich auch sanft auf den Tourismus eingerichtet hat. Aber irgendwann hat auch diese Idylle ein Ende und wir richten unsere Vorderräder Richtung Bosnien Herzegowina. Auch hier finden wir wieder kurvigen Landstraßen bis zum Abwinken und stoppen erst in Topusko zum Übernachten.

Sprachlos von der Schönheit der Landschaft aber auch sprachlos von dem was Menschen sich gegenseitig zufügen können. Ob ich nochmal nach Serbien fahren werde, im Moment bin ich mir nicht sicher, aber andererseits, die meisten Menschen die in Serbien leben haben diese Zerstörungen sicher nicht gewollt.

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