Mit der Litanei der Morgenmesse werden wir heute vom Klosterhof verabschiedet. Bei schönstem Sonnenschein sind die 40km bis Piatra Neamt schnell vorbei. Bis zur Bicaz Schlucht ist nur noch einKatzensprung. Der weg zur Schlucht führt durch ein Tal das so auch in der Schweiz liegen könnte. Almwiesen, kleine Hölzhäuser liegen verstreut an den Berghängen. Wenn, ja wenn nicht mitten im Tal zwei übergroße Fabrikanlagen der Carpatia Zementwerke produzieren würden. Wieder einer dieser krassen Gegensätze die wir so oft erleben. Von Bicaz aus geht es direkt in die Schlucht, Felswände die bis auf wenige Meter an die Straße heranreichen und stellenweise die Straße fast zum Tunnel werden lassen. Kurven und Serpentinen zum träumen, aber leider auch tiefschwarze Wolken und Regen. So lassen sich dann mal wieder die Haftgrenzen der Reifen ausloten, mehr ungewollt als gewollt. Das Gewitter vom Vorabend hat in der Schlucht ganze Arbeit geleistet und es gibt mehr als eine Stelle an der die Aufräumarbeiten mit Kettensäge und Bagger in vollem Gange sind. Geplant haben wir heute bis Brasov zu fahren, aber seit meinem ersten Besuch in Rumänien in 2007 haben die Rumänien sehr viel in ihre Infrastruktur investiert. Was einem Endurourlaub eher abträglich ist kommt uns nun entgegen. Sehr gute Strassen die die Entfernungen dahinschmilzen lassen. Nur an den allgegenwärtigen Brücken und in den kleinen Nebenstraßen der Ortschaften erkenne ich das Strassenbild von 2007 wieder. Dort wird dann auch die Geschwindigkeit zwangsläufig drastisch reduziert. Quasi automatische Geschwindigkeitsbegrenzung statt Radarkontrolle und viel effektiver. So aber schaffen wir heute leicht über 300km und fahren doch bis Fagarasch durch. Von hier ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Einstieg in die Transfogarasch die wir morgen unter die Räder nehmen wollen.

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